Wohnen in Paris

Als der jetzige französische Präsident Nikolas Sarkozy 2007 zur Präsidentschaftswahl angetreten war, warb er damit, die Wohnsituation in der Frankreichs Hauptstadt Paris zu verbessern. Eine Lösung für das Problem gibt es bis heute nicht; eher das Gegenteil ist der Fall: Heutzutage sind die Miet- und Kaufpreise für Wohnungen so hoch wie nie zuvor.

Die Wohnraumsituation in Paris ist miserabel. Stolze 600 Euro pro Monat beträgt die Miete für einen Studenten, der ein halbwegs akzeptables Zimmer innerhalb einer WG in Paris haben möchte. Ganze 200.000 Euro kostet der Kauf eines Ein-Zimmer-Appartements mit 30 Quadratmetern – und trotzdem gibt es auf solche Angebote oft mehrere Hundert Anfragen. Für Familien sieht die Wohnsituation auch nicht besonders gut aus: Viele von ihnen leben, besonders in den Vororten, den Banlieues, häufig auf nur 50 Quadratmetern.

Zu wenige Neubauten werden errichtet
Im Schnitt ist der Preis für eine Wohnung im Pariser Stadtzentrum seit den 1960er Jahren um das 22-fache gestiegen. Die Preise für Mieten sind alleine in den letzten 10 Jahren um gut 90 Prozent gestiegen; die Preise für Eigentumswohnen sogar um ein Vielfaches mehr. Dabei muss man feststellen, dass die Politik keine Maßnahmen gegen diese Entwicklung eingeleitet hat. Im Gegensatz zu den 1970er Jahren hat die französische Regierung in den letzten den Bau neuer Wohnungen nicht mehr angestrengt. Auch in den kommenden Jahren ist mit einer Besserung wohl nicht zu rechnen.

Die Lebensumstände haben sich gewandelt
Zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Wohnung klafft eine große Lücke. Experten sind der Ansicht, dass man mindestens noch zehn Jahre benötigen wird, um sie schließen zu können. Zu den Gründen für den Mangel an Wohnungen zählt auch die Tatsache, dass die Zahl der Haushalte in den letzten Jahren angestiegen ist. Die neue Generation der Käufer und Mieter setzt sich zunehmend aus Singles und Geschiedenen zusammen, die dementsprechend auch viel Wohnraum benötigen. In Paris verteilen sich etwa 2,2 Millionen Bewohner auf circa 105 Quadratkilometern; in Berlin sind es zum Vergleich 3,5 Millionen Menschen auf fast 900 Quadratkilometern.
Zwar hat Frankreichs Regierung nun Initiativen eingeleitet, doch diese werden die Versäumnisse der letzen Jahre auf die Schnelle auch nicht ausgleichen können. Inzwischen können Haushalte beispielsweise einen Antrag auf ein zinsloses Darlehen stellen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob billige Kredite alleine die Wohnsituation in der Hauptstadt verbessern können. Die Immobilienpreise verändern sich aufgrund der Kreditfinanzierungsmöglichkeiten erst einmal nicht.

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31.01.2012 Insider Tipps