Versailles
Es ist das Symbol des Absolutismus schlechthin – das Schloss und die Gärten von Versailles gelten als Inbegriff der Blütezeit französischer Macht und Kunst. Obwohl das Schloss von Versailles heute beinahe leer ist – Mobiliar und Kunstgegenstände wurden während der Französischen Revolution vom Volk requiriert – erlebt man bei einer Führung durch die Prachträume den einstigen Ruhm und Glanz dieser als Goldenes Zeitalter bezeichneten Epoche.
Der anfangs eher bescheidene Jagdsitz seines Vaters wurde von Ludwig XIV. zum größten und glanzvollsten Palast Europas umgestaltet. Die Architekten Hardouin-Mansart und Le Vau waren für das Gebäude verantwortlich, Le Brun übernahm die Innenausstattung und der berühmte Landschaftsgestalter Le Nôtre machte den Park zu einem Kunstwerk an Blumenbeeten, Hecken, Hainen und Springbrunnen.

In Versailles fanden rauschende Feste statt, die der Sonnenkönig neben seinem gesamten Hofstaat auch ungeniert mit seiner jeweiligen Mätresse feierte. Die kostbar ausgestatteten Wohngemächer des Königspaars enthielten alles, was die damalige Welt an Luxus aufbieten konnte. Besonders gelungen war der weltberühmte Spiegelsaal mit den 17 Rundbogenfenstern und insgesamt 306 Spiegelelementen. Hier fanden Empfänge statt und hier wurde 1919 der Vertrag von Versailles unterzeichnet, der das offizielle Ende des Ersten Weltkriegs besiegelte. Ob damals Übersetzer vor Ort waren ist uns leider nicht bekannt. Sprachreise Paris, …? Sie werden dann auch keine mehr brauchen!
Ebenso viel Zeit wie für die Besichtigung des Schlosses sollte man auch für die Gärten von Versailles investieren. Geometrische Anlagen und akkurat beschnittene Sträucher und Bäume sind das charakteristische Erscheinungsbild dieser ausgedehnten Parklandschaft. Ein wesentliches Merkmal des Absolutismus war auch, dass man sich sogar die Natur untertan machte. Höfische Feste, Schäferspiele, Konzerte und Landpartien wurden über Sommer hier abgehalten. Für Königin Marie-Antoinette wurde sogar ein Miniaturdorf mit Bauernhof, Molkerei, Mühle und Taubenhaus errichtet; das ländliche Idyll sollte der Königin Abwechslung vom höfischen Zwang bieten.