Notre Dame

Sie gehört zu den beeindruckendsten gotischen Kathedralen Frankreichs: Notre-Dame ist eine gelungene Kombination aller Stilelemente, die die Baukunst der Gotik aufzuweisen hatte. Als Vorbilder dienten die Kathedralen von Reims, Chartres und Amiens, die zwar erst weit nach dem Baubeginn von Notre-Dame errichtet wurden, deren Architektur jedoch teilweise in die über 150 Jahre dauernde Bauzeit der Pariser Kirche übernommen wurde. Von der Grundsteinlegung 1163 unter Ludwig IX., dem Heiligen, bis zur Vollendung wurden die Pläne der Kathedrale mehrmals verworfen und dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechend geändert. Die Qualität des gewaltigen Bauwerks lässt sich nicht zuletzt daran ermessen, dass eine umfassende Renovierung der schon recht verfallenen Kathedrale erst in der Zeit von 1841 bis 1864 erfolgte.

Besonders von außen lassen sich die Aneinanderreihungen der verschiedenen Baustile gut erkennen. So entstanden die Portalzone, die Fensterpartie und die Maßwerkbalustrade mit den unvollendeten Türmen jeweils in Abständen von ca. 20 bis 25 Jahren und legen damit eindrucksvoll Zeugnis ab von der Verfeinerung und immer filigraner werdenden gotischen Bauweise. Die meisterhaft gelungene Königsgalerie über den drei Portalen beherbergt 28 Skulpturen ehemaliger französischer Könige, die während der Französischen Revolution vom aufgebrachten Volk enthauptet wurden. Die 1977 auf mysteriöse Weise wieder aufgetauchten 21 Häupter können im Mittelaltermuseum Hôtel de Cluny besichtigt werden.

Die gewaltige Kathedrale war Schauplatz glanzvoller Krönungszeremonien, schicksalsträchtiger Hochzeiten französischer Herrscherdynastien sowie Begräbnisstätte bedeutender Staatsmänner. Berühmtheit erlangte Notre-Dame nicht zuletzt auch durch die Verfilmung von Victor Hugos historischem Roman "Der Glöckner von Notre-Dame", der anrührenden Geschichte des hässlichen Quasimodo und der schönen Zigeunerin Esmeralda.