Musée Rodin

Auguste Rodin war ein Pariser mit Leib und Seele. 1840 im fünften Arrondissement geboren, besuchte er die Kunstgewerbeschule “Ecole impériale spéciale de dessin et de mathématiques”. Nachdem seine Versuche, in die Pariser Kunstakademie aufgenommen zu werden, erfolglos blieben, arbeitete Rodin als Gipser bei einem Dekorationsunternehmen. Sein Erfolg ermöglichte ihm eine Studienreise nach Italien, wo er sich von den Meisterwerken Michelangelos inspirieren ließ. Rodin bekam Aufträge für Statuen, Reliefs, Skulpturen und Radierungen, die ihn bald schon zu einem gefragten französischen Künstler aufsteigen ließen.

Dennoch zwang ihn chronische Geldknappheit, stets mehrere Aufträge gleichzeitig anzunehmen, was ihn wiederum unter enormen Leistungsdruck setzte. Seine über zehn Jahre andauernde Affäre mit der begabten Bildhauerin Camille Claudel sorgte für manchen Skandal in der Pariser Künstlerwelt.

Zu Rodins bekanntesten Werken zählen neben der berühmten Marmorskulptur “Der Kuss” ,”Das Höllentor”, an dem er praktisch sein ganzes Leben lang arbeitete, “Der Denker”, “Die Bürger von Calais” und “Balzac”. Im Rodin-Museum, einem eleganten Rokoko-Palais in der Rue de Varenne, lebte und arbeitete Rodin von 1908 an bis zu seinem Tod 1917. Als 1912 allen Mieter gekündigt wurde, weigerte sich Rodin, sein Atelier zu verlassen und erreichte ein Wohnrecht auf Lebenszeit, nachdem er dem Staat seinen gesamten Nachlass vermachte. Neben seinen vollständigen Sammlungen überließ Rodin auch seine gesamten persönlichen Archive, sein Anwesen in Meudon und sein komplettes Lebenswerk dem französischen Staat.
Nach einem Besuch des Musée Rodin lädt der herrliche Park des großzügigen Anwesens zum Verweilen ein. Im Hof ist übrigens auch der berühmte “Denker” aufgestellt, und im Hintergrund erblickt man die beeindruckende Silhouette des Invalidendoms.

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27.09.2010 Sehenswürdigkeiten
 
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