Musee de Cluny
Das Musée de Cluny, dessen offizielle Bezeichnung “Museum mittelalterlicher Kunst und Kultur” lautet, beherbergt eine beeindruckende Sammlung mittelalterlicher Kunstgegenstände. Der ehemalige Stadtpalast der Äbte von Cluny, ein dreiflügeliger Gebäudetrakt, der zur Straße hin durch eine Mauer abgeschlossen ist, steht auf dem Gelände einer römischen Thermenanlage.
Die burgundische Benediktiner-Abtei Cluny errichtete Anfang des 14. Jahrhunderts eine Dependance für ihre in Paris weilenden Äbte. Im Laufe der Zeit wechselte das Areal mehrmals den Besitzer und stand nach der Französischen Revolution kurz vor dem endgültigen Verfall, bis es 1842 an den Staat überging, der es zu einem Museum umgestaltete. Architektonisch ein wahrer Leckerbissen ist der im Übergang von Spätgotik zur Renaissance errichtete Ehrenhof mit seinem wunderschönen Brunnen aus dem 15. Jahrhundert.

Die ausgestellten Exponate können kaum gebührend beschrieben werden. Besonders erwähnenswert ist der Gobelinzyklus “Die Dame mit dem Einhorn”, der für die anmutige Wiedergabe von Menschen, Tieren und Pflanzen berühmt ist. Kirchliche Kunst, die mit Juwelen, Email und filigraner Goldschmiedearbeit ausgeführt wurde, konkurriert mit Statuen, Reliefs und Schnitzarbeiten aus verschiedenen Zeiten und Ländern. In diesem Museum befinden sich auch die Köpfe der Königsskulpturen von Notre-Dame, die während der Revolution abgeschlagen wurden, lange Zeit verschollen waren und erst 1977 durch einen spektakulären Fund wieder ans Tageslicht gelangten.
Doch nicht nur auserlesene Kunstobjekte verdienen es, bestaunt zu werden; banale Alltagsgegenstände, deren Palette von Küchengeräten, Kinderspielzeug und Bekleidung bis zu Reisekisten reicht, zeigen eine völlig andere Seite des mittelalterlichen Lebens. Wer von den in Vitrinen untergebrachten Gegenständen genug gesehen hat, mag sich in die gallorömischen Ruinen begeben, wo man in Frigidarium und Caldarium sehr realistische Einblicke in frühere Badebedingungen gewinnen kann.