Montparnasse

In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war der Montparnasse das Zentrum für Literatur und bildender Kunst. Auch Philosophen und Existenzialisten zog es hierher, nachdem dieses Viertel den Montmartre in seinem Rang als Künstlerkolonie abgelöst hatte. Diese Zeiten sind zwar längst vergangen, doch bietet der Montparnasse auch heute noch den Reiz seiner vielen kleinen Cafés, Bistros und Restaurants, in denen sich munteres Publikum in allen erdenklichen Sprachen unterhält.

Am Wochenende bringen die Theater und Kinos zusätzlich Leben in das Viertel, das seinen Namen dem griechischen Berg Parnass verdankt, dem Sitz des “Künstlergottes” Apoll. Hier wurde dem großen Schriftsteller Balzac die von Auguste Rodin geschaffene Statue aufgestellt und hier befindet sich einer der größten Wolkenkratzer Europas. Auch der Cimetière du Montparnasse, der kleinste unter den großen Pariser Friedhöfen ist sehenswert. Skulpturen, interessante Gräber und Platz zum Erholen zeichnen diese beschauliche Ruhestätte aus.

Der Montparnasse bietet Kunstbegeisterten ebenso viel wie Nachtschwärmern und Gourmets. Verschiedene Museen laden zum Rundgang ein; Kinos, Theater, Bars und Kneipen ziehen abends ihr Publikum an. In der Rue Bréa hat man gleich alles an einem Ort: Feinschmeckerläden, Restaurants und ein Nachtclub unter einem Dach – was will man mehr? Wem dies nicht genügt, der kann über einen kleinen Platz ins Kino gehen.

Diesem Viertel soll Ernest Hemingway sein letztes Buch “Paris – ein Fest fürs Leben” gewidmet haben; der Schriftsteller lebte und arbeitete in den Zwanziger Jahren hier und sang mit seinem letzten Werk ein Loblied auf die Seinestadt.

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