Montmartre

Den Montmartre verbindet man mit Straßenmalern, Cancan, Toulouse-Lautrec, Moulin Rouge und Künstlercafés. Was früher das Künstler- und Bohèmeviertel von Paris schlechthin war, ist an manchen Stellen zum schnöden Amüsier- und Rotlichtbezirk verkommen. Doch der Hügel über Paris hat seine attraktiven Seiten, man muss sie nur finden.

Das Wahrzeichen des Montmartre ist die weithin blütenweiß leuchtende, im Zuckerbäckerstil erbaute Kirche Sacré-Coeur, die nach der Niederlage Frankreichs gegen Preußen 1871 von den Pariser Katholiken errichtet als Sühnedenkmal wurde. Auf den Stufen von Sacré-Coeur treffen sich während des ganzen Jahres die Jugendlichen aller Nationalitäten.

Mit dem Montmartre verbindet man Theater und Nachtclubs wie das Moulin Rouge der leichteren Muse oder das “Au Lapin Agile”, das eher als Literatentreffpunkt gilt. Der anrüchige Bereich zwischen der Place de Clichy und der Place Pigalle mit seinen Nachtbars und Striptease-Lokalen lockt allnächtlich unzählige Besucher und Schaulustige an.

Wer den wahren Geist dieses Viertels atmen möchte und von Nostalgie nicht genug bekommen kann, ist auf der Place de Tertre am richtigen Ort. Hier sitzen die Straßenmaler eng aneinandergedrängt und bieten ihrer Kundschaft schnelle und zuweilen erstaunlich treffende Konterfeis an. Um den Reiz des Montmartre zu erfassen, genügt es schon, sich einen Platz in einem der vielen Straßencafés zu ergattern und dem bunten Treiben so lange wie möglich zuzuschauen. Im Musée du Montmartre kann man Geschichte und Werdegang des Künstlerviertels anhand der ausgestellten Kunstwerke und Dokumente gleich vor Ort nachspüren und verinnerlichen. Die Erkenntnis, dass Kunst und Kitsch oftmals sehr nah beieinander liegen, macht man spätestens dann, wenn es gilt, in den vielen Läden, Buden und bei den fliegenden Händlern ein passendes Souvenir auszusuchen. Hier lautet die Devise: was gefällt, ist erlaubt.

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