Marché aux Puces de Saint-Ouen
Zwischender Porte de Clignancourt und der Porte de Saint-Ouen liegt ein wahres Paradies für Schatzsucher, Sammler und Schnäppchenjäger: der Marché aux Puces de Saint-Ouen bietet auf insgesamt 15 Kilometer Länge (!) alles was das Herz begehrt. Wenn man dieses Eldorado des “bric-à-brac”, wie Trödel in Frankreich liebevoll genannt wird, von der Métro aus erreicht, ist man zuerst ein wenig enttäuscht. Man erblickt Verkaufsstände in langen Reihen, die wenig malerisch mit Pepe Jeans vollgepackt sind.
Doch Geduld wird belohnt, hinter der Autobahnunterführung beginnt dann der eigentliche Flohmarkt. Hier bietet sich dem Besucher ein buntgemischtes Angebot an altem Plunder, nagelneuen Möbeln, Antiquitäten, Büchern und Geschirr. Ob echte “trouvailles”, also Fundstücke darunter sind, muss jeder Besucher für sich selbst entscheiden.

Was hier bunt zusammengewürfelt und lässig scheint, hat jedoch ein System. Noch bevor die Touristenströme am späteren Vormittag die Stände auf der Suche nach Souvenirs abklappern, waren bereits die Profis am Werk. Frühmorgens vor Sonnenaufgang gehen Antiquitätenhändler aus ganz Frankreich von Stand zu Stand und suchen mit Taschenlampen nach Entdeckungen unter der frisch ausgepackten Ware. Nicht selten finden sie darunter eine Kostbarkeit, die aus einer Haushaltsauflösung stammt und auf Auktionen in anderen Großstädten oft noch hohe Gewinne erzielt.
Auch für Besucher, denen der Sinn nicht nach einem sensationellen Kauf steht, sei der Flohmarkt empfohlen – allein das Ambiente und die Stimmung lassen die Zeit völlig in den Hintergrund treten. Schnäppchenjägern sei geraten, den wortgewaltigen Verkaufsargumenten der Händler nicht immer zu vertrauen; was als “echte Antiquität” zu horrenden Preisen gepriesen wird, kann auch ganz einfach nur Plunder sein. Doch macht es ganz einfach Spaß, sich unter die vielen Sammler zu reihen, die auf den über 2000 Ständen nach “ihrem” Schatz suchen.