Les Halles
Früher wurden hier die gesamten Nahrungsmittel der Hauptstadt umgeschlagen und verteilt – das Hallenviertel, das auch der Bauch von Paris genannt wurde, bot alles, was das Feinschmeckerherz und der bescheidene Gaumen begehrten. Schon im Mittelalter waren die um 1183 errichteten Hallen das Zentrum des Rive droite; hier brodelte Tag und Nacht das Leben und hier beendeten viele bekannte Pariser in den frühen Morgenstunden ihren ausgedehnten nächtlichen Stadtbummel bei frischen Austern und Champagner oder der berühmten Zwiebelsuppe.
Ende der 1960er Jahre wurde dieser Großmarkt dann nach Rungis ausgelagert und die Hallen verschwanden von der Bildfläche. In dem neu entstandenen Forum des Halles, einem über vier Etagen reichenden Einkaufszentrum der Superlative, gibt es neben Delikatessen und Fastfood beinahe alles andere zu kaufen.

Auch hier ist man mit der architektonischen Umsetzung des zum Glück meist unterirdisch versenkten Kaufhausgiganten nicht recht zufrieden. Die Pariser trauern noch heute ihren alten Markthallen nach, die bombastischen Spiegelflächen und billigen Kettenläden weichen mussten. Wer sich die Atmosphäre unter den “Regenschirme” genannten eisernen und dennoch filigranen Hallendächern lebendig machen möchte, sei Victor Hugos berühmter Roman “Der Bauch von Paris” empfohlen, der dem längst vergangenen Gewimmel dieses legendären Großmarkts ein literarisches Denkmal gesetzt hat.