Jardin des Plantes
In einem der ruhigsten Viertel von Paris wurde im 17. Jahrhundert auf Anweisung Ludwigs XIII. ein königlicher Garten mit Heilkräutern angelegt, der bereits 1640 für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, was zu damaliger Zeit eine kleine Sensation darstellte. Ruhig ist auch die Stimmung in diesem wunderschönen und abwechslungsreich bepflanzten botanischen Garten, der mit seinem kleinen Labyrinth, den leuchtendbunten Blumenrabatten, einem Rosarium, den exotischen und seltenen Pflanzen sowie seinen Heilkräutern ein beliebter Ort der Entspannung für die ruhebedürftigen Pariser darstellt.
In den Anfang des 19. Jahrhunderts erbauten Gewächshäusern aus Glas und Eisen gedeihen Kakteen und viele andere tropische Pflanzen in der für sie zuträglichen Atmosphäre. Eine um 1730 gepflanzte und aus England stammende Libanonzeder ist mit ihren stolzen 20 Metern Höhe wohl einer der ältesten Bäume von Paris, der nur noch von der Akazie übertroffen wird, die seit 1636 im Jardin des Plantes beheimatet ist. Obwohl der botanische Garten eher wissenschaftlichen Zwecken diente, wurde er dennoch reizvoll und einfallsreich angelegt. Der Besucher wird von wunderschönen Ausblicken ebenso überrascht, wie von halb von Bäumen und Sträuchern verdeckten Statuen.

Der Park beherbergt außerdem eine Botanik-Schule, einen Zoo und das große Naturhistorische Museum, für dessen Besuch man genügend Zeit einplanen sollte. Hier erfährt man Wissenswertes über die naturgeschichtlichen Forschungsgebiete der Botanik, Mineralogie, Zoologie, Paläontologie und Ökologie. Besonders interessante Einblicke verspricht die “Galerie der Evolution”, die neben beeindruckenden Skeletten längst ausgestorbener Tiere auch Edelsteine und fossile Insekten zeigt.
In der Umgebung des Jardin des Plantes haben sich viele Krankenhäuser angesiedelt, von denen die Pitié Salpêtrière das größte und bekannteste der Stadt ist. Einst von Ludwig XIV. für kranke und sozial schwache Frauen und Kinder gegründet, galt dieses Krankenhaus zu späteren Zeiten als Vorläufer einer humanen Behandlung psychisch Kranker; hier starb Prinzessin Diana nach ihrem Autounfall im Jahr 1997.