Friedhof Père Lachaise

Er hat eher den Anschein eines Parks als eines Friedhofs – der Cimetière Père Lachaise ist Grab- und Kultstätte zugleich. Der auf hügeligem Gelände im Nordosten von Paris gelegene “Prominentenfriedhof” ähnelt einer kleinen Stadt mit seinen Mausoleen und häuserartigen Gräbern, seinen mit Kopfsteinpflaster angelegten Wegen und den schattigen, mit Bänken ausgestatteten Alleen. Man könnte ihn als ein Biotop bezeichnen oder eine dem lauten Alltag entrückte Welt für sich.

Es sind weniger die Angehörigen der hier bestatteten Toten, die diese herrliche Parkanlage täglich bevölkern, vielmehr machen sich unzählige Touristen auf, das Grab “ihres” Lieblingsdichters, -sängers, -schriftstellers oder -malers zu suchen.

Der um 1804 angelegte Friedhof, der damals noch außerhalb der Stadtmauern liegen musste, wurde von Alexandre Theodore Brongniart als Parkanlage gestaltet. Der Architekt, der auch die Pariser Börse erbaut hat, schuf eine mediterran wirkende, in üppigem Grün prangende Idylle. Noch wenige Jahre zuvor war es üblich, die sterblichen Überreste der Verstorbenen in Beinhäusern aufzubewahren. Dann wurden die Gebeine vieler berühmter Pariser aus diesen “Knochenhäusern” und den Katakomben auf den Friedhof Père Lachaise überführt, wobei man nicht immer sicher sein konnte, ob es sich um die echten Skelette handelte. So zweifelt man gerade bei den Gebeinen der Dichter Molière und La Fontaine an deren Authentizität.

Doch das tut diesem Wallfahrtsort keinerlei Abbruch. Das noch immer am meisten besuchte Grab ist wahrscheinlich das von Jim Morrison, dem legendären Sänger der “Doors”. Edith Piaf, Sarah Bernhardt, Simone Signoret und Yves Montand, Marcel Proust und nicht zuletzt Oscar Wilde sind neben Frédéric Chopin einige der berühmtesten großen Künstler, die hier ihre würdigen, wenngleich nicht verschwiegenen Ruhestätten gefunden haben.

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27.09.2010 Sehenswürdigkeiten