Conciergerie

Das Wort “Conciergerie” leitet sich im Französischen von dem Wort “concierge” ab, was Hausmeister oder Verwalter bedeutet. Demnach ist die “Concergiere” dessen Wohnsitz oder Arbeitsstätte. Die “Conciergerie” hat allerdings auch eine ganz spezielle Bedeutung, sie bezeichnet die “Conciergerie” im 1. Arrondissement von Paris, auf der “Île de la Cité”. Die “Conciergerie” ist Teil des “Palais de la Cité”, was der frühere Wohnsitz des französischen Königs war. Viele Könige ließen das Gebäude erweitern und verschönern, Louis IX. gab den Bau der berühmten “Sainte Chapelle” errichten, deren Fenster aus riesigen Glasmosaiken bestehen.  Erst ein Überfall auf das Palais, welcher im Jahre 1358 aufgrund des Aufstandes der Jacquerie, ein Bauernaufstand, unter der Führung von Étienne Marcel stattfand, sorgte dafür, dass König Karl V. das Palais verließ und sich im “Louvre” niederließ.

Das Palais gab er in die Hände des Parlaments und wurde nach der Niederlassung dessen Justiz im Jahre 1391, zum Gefängnis. Während der Französischen Revolution wurden Gefangene im “Bonbec Turm” gefoltert und “zum Singen” gebracht (Bonbec bedeutet “guter Schnabel”). Das Gefängnis beherbergte nicht nur bis zu 1.200 Gefangene, sondern war auch vom 2. April 1793 bis zum 31. Mai 1795 Sitz des “Revolutionstribunals”, in dessen Sitzungen knapp 2.600 Menschen zum Tod verurteilt- und von dort dann zur Guillotine geschickt wurden. In den Zellen der Conciergerie saßen unter anderem Marie Antoinette, Georges Danton und Maximilien de Robespierre und Marie-Jeanne Dubarry. Die Zelle Marie Antoinettes dient heute als eine ihr gewidmete Kapelle.

Trotz dieser blutigen Geschehnisse diente die “Conciergerie” auch während der Zeit nach der Französischen Revolution, während der Restauration” als Gefängnis und beherbergte auch den Gefangenen “Napolén III.”. Seit dem Jahr 1914 kann man den Gebäudekomplex besichtigen, allerdings nur ein kleiner Teil. In dem restlichen Gebäude ist die Justizverwaltung untergebracht.
Entworfen wurde das Gebäude von den Architekten Nicolas des Chaumes und Jean de Saint-Germer im gotischen Stil und beherbergt den “Salle des Gardes”, in welchem sich die königliche Garde befand und der sich durch seine wundervollen Wölbungen auszeichnet, die Kolonnade “Salle des Gens d’Armes”, die heute vor allem für Konzerte genutzt wird, und die “Cuisine”, die Küche, die bekannt ist für seine zahlreichen und riesigen Feuerstellen. Auch die drei Türme aus dem Mittelalter, der silberne Turm, was sich auf die dortige Lagerung des königlichen Schatzes bezieht, den Ceaser Turm und den -wie schon genannt- Bonbec, sind noch erhalten.

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05.12.2010 News
 
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