Bois de Boulogne
Zwischen den westlichen Vororten der Hauptstadt und der Seine bietet der 865 Hektar große Bois de Boulogne den Parisern genügend Platz zum Joggen, Bummeln, Picknicken und Nichtstun. Am Rande des Parks liegen die beiden eleganten Pferderennbahnen Longchamps und Auteuil sowie das womöglich größte Kongreßzentrum der Welt.
Der Bois ist ein kleines Überbleibsel des ursprünglichen Forêt du Rouvre, einem großen Waldgebiet vor Paris, in dem zu allen Zeiten gern und viel gejagt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf Weisung Napoleons III. von Baron Haussmann der von Ludwig XIV.

angelegte Park neu gestaltet. Dabei wurde der bisher mit Mauern streng abgeschirmte Park geöffnet und dem Volk zum Geschenk gemacht. Als Vorbild dieses mit vielen schönen Einzelanlagen sehr abwechslungsreich gestalteten Areals diente der Londoner Hyde Park. Das Herzstück des Bois bildet ein kleiner Landsitz aus dem 18. Jahrhundert, der von einem wunderschönen Rosengarten umgeben wird. Das Gebäude wurde in nur 64 Tagen errichtet und wird auf eine Wettlaune zwischen der Königin Marie-Antoinette und dem Comte d’Artois zurückgeführt. Zwei große Seen laden zum Rudern ein, und überall trifft man auf Boule-Spieler, die sich mit höchster Konzentration ihrer Beschäftigung widmen.
Um einen Gesamteindruck von dem riesigen Bois de Boulogne zu erhalten, empfiehlt sich eine Autofahrt auf den breiten Alleen, die den Park in alle Richtungen durchziehen. Hat man sich dagegen eine Erkundung der Anlage zu Fuß zum Ziel gesetzt, darf man gut und gern mit drei Stunden rechnen. Harmlosen Besuchern sei empfohlen, den Park bei Einbruch der Dunkelheit zu verlassen – der Bois de Boulogne ist das berüchtigte Zentrum des Pariser Straßenstrichs, das man nach Möglichkeit nur zügig mit dem Auto durchqueren sollte.