Bastille

Hier nahm die Französische Revolution ihren Anfang, als das aufgebrachte Volk am 14. Juli 1789 die Bastille stürmte. Wer nach Ruinen und eindrucksvollen Überresten des ehemaligen berüchtigten Pariser Gefängnisses sucht, wird leider enttäuscht. Schon kurze Zeit nach der Erstürmung des Staatsgefängnisses, das die Gefangenen selten lebendig verlassen konnten, wurde das verhasste Gebäude abgetragen. Die Brücke an der Place de la Concorde wurde teilweise aus den Quadersteinen dieser Festung errichtet. Immerhin erinnert ein pompöses Denkmal, die Julisäule, an den Tag, als das Symbol der verhassten Monarchie unterging.

Die 47 Meter hohe Bronzesäule wird von dem "Genius der Freiheit" geziert; der Sockel ist von einem Relief umgeben, auf dem vier gallische Hähne und Löwen dargestellt sind - beides Symbole für das freie französische Volk.

Seit 1989 - also genau 200 Jahre nach Ausbruch der Revolution - steht ein anderes Gebäude auf dem Platz des ehemaligen Gefängnisses, die Opéra de la Bastille oder Volksoper genannt. Das modern gestaltete Gebäude ist wegen seiner Architektur, die mit bisherigen Opernhaustraditionen bricht, recht umstritten. Doch die perfekte technische und akustische Ausstattung sowie die fünf beweglichen Bühnen garantieren Musikgenuss pur. Mit dem Bau des Opernhauses wurde auch die Qualität des gesamten Bastille-Viertels aufgewertet. Wo früher kleine Handwerksbetriebe in den verwinkelten Hinterhöfen ihrem Gewerbe nachgingen, haben nun durchgestylte Szenekneipen und schicke Galerien Einzug gefunden. Die Passagen zwischen den schmalen Häusern sind noch immer erfüllt von dem für dieses Viertel typischen bunten Völkergemisch und der Vielfalt an Kulturen und Sprachen, die diese Gegend so lebendig macht.